16. September 2025
„Jedes erfolgreiche Unternehmen hat mindestens ein schwieriges Problem gelöst.“
„Jedes erfolgreiche Unternehmen hat mindestens ein schwieriges Problem gelöst.“
Dieser Satz lässt sich auch umgekehrt betrachten: Wenn ein Unternehmen nur relativ einfache Probleme gelöst hat, die auch die meisten anderen lösen können, dann hat es ziemlich sicher genau ein Problem: Konkurrenz.
Diese treibt die Preise nach unten und zehrt Margen auf.
Wie hingegen die Lösung schwieriger Probleme erfolgreiche Unternehmen hervorbringt zeigen viele Beispiele am Markt: Tesa und Tempo haben es durch überragendes Marketing für an sich sehr simple Produkt geschafft, die eigene Marke zum Synonym für eine ganze Produktkategorie zu machen. Novo Nordisk konnte mit dem Abnehm-Präparat Wegovy ein langjähriges Problem in der Pharma-Forschung lösen. SpaceX hat das konstruktiv-technische Problem der Wiederverwendung von Raketen gelöst, was die Preisführerschaft bei dennoch hohen Margen ermöglicht. Das gleiche Ziel erreichte Ford zu Beginn des vergangen Jahrhunderts durch die Lösung von Prozess- und HR-Problemen (Einführung Fließband und weit überdurchschnittliche Bezahlung guter Arbeiter). Je mehr dieser schwierigen Probleme Sie lösen (Bsp. Apple: Technologie und Marketing), desto besser ist Ihr Unternehmen positioniert.
Wenn Sie im Produktionsalltag das Thema (Erfahrungs-)Wissen als ein – zweifellos schwieriges – Problem identifiziert haben, sollten Sie zunächst prüfen, ob eine herausragende Lösung das Erfolgspotenzial hätte, Ihre Konkurrenten weit hinter sich zu lassen. Könnten Sie durch viel weniger ungeplante Prozessstörungen als der Branchendurchschnitt die Preisführerschaft übernehmen (bei gleichbleibenden oder wachsenden Margen)? Könnten Sie Spitzenreiter bei Lieferzeiten, Termintreue und/oder Qualität werden? Wären Sie die einzigen, die in Ihrer Branche von der Krise durch den demographischen Wandel verschont bleiben? Könnten Sie als einzige eine sehr wissensintensive Produktion an Standorten mit extremem Fachkräftemangel, aber sehr niedrigen Lohnkosten etablieren?
Falls dieses Erfolgspotenzial in Ihrer Situation nur eingeschränkt oder gar nicht vorhanden ist, dann sollten Sie sich auf andere schwierige Probleme (Technologie, Marketing etc.) fokussieren, um Ihr Unternehmen in eine erfolgreiche Marktposition zu bringen oder diese zu verteidigen. Dies bedeutet nicht, dass den Einfluss von Wissen auf Ihren Unternehmenserfolg vernachlässigen dürfen. Sie werden weiterhin engagierte Fachkräfte, eine funktionierende interne Dokumentenation und ein gutes Onboarding benötigen. Aber es ist ausreichend, wenn Sie marktübliche Lösungen solide umsetzen, Ihre Energie jedoch auf die Probleme in anderen Bereichen fokussieren.
Falls Sie im Umgang mit dem Wissensbedarf in Ihrer Produktion die Chance für eine Poole-Position in Ihrer Branche sehen, dann verinnerlichen Sie bitte folgenden Satz:
„Überdurchschnittlich gut ist viel zu wenig!“
Damit die beschriebenen Effekte wirklich greifen, müssen Sie die besten sein – oder zumindest unter den besten 5%. Dahin führt nur ein Weg: Fokus! Sie müssen Ihre Ressourcen, Ihre Kreativität und Ihre Energie auf genau ein Ziel bündel. Sonst sind sie bestenfalls in vielen Bereichen sehr gut, aber nirgends so überragend, dass Sie alle anderen weit hinter sich lassen.„Ja, OK. Klingt sinnvoll. Dann fokussieren wir uns auf das Thema ‚Wissen in unserer Produktion‘.“Das ist noch kein Fokus, sondern so, als ob jemand Weltmeister im Wintersport werden möchte. Curling, Skispringen oder Rennrodeln?
Um eine Lösung auf Weltklasse-Niveau zu entwickeln, müssen Sie ein ganz spezifisches Problem lösen, das zu Ihnen passt. Für das Thema Wissen in der Produktion bietet die folgende Matrix eine gute Orientierung:
Die Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen sind natürlich fließend. Beispielsweise trägt ein gutes Wissensmanagement zur Weiterbildung bei und das Recruiting ambitionierter Mitarbeitender trägt maßgeblich zum Erfolg der Personalentwicklung bei. Dennoch sollten Sie im Sinne der Fokussierung Ihren Schwerpunkt in einen der Bereiche legen.
Hier geht es nicht um ein jährliches Weiterbildungsangebot oder die Möglichkeit, neben dem Beruf noch seinen Meister-Abschluss zu machen. Ihr Unternehmen hat einen Ruf als die Praxis-Academy schlechthin. Wer nach seinem Abschluss viel lernen und erleben möchte, muss hier hin. Es gibt fabelhafte Trainee-Programme etc., Ihre Mitarbeitenden haben in Ihrer Branche einen elitären Ruf und nur wenige der vielen Bewerber werden überhaupt genommen.
Sie ziehen leistungsbereite Bewerbende an und können die besten auswählen. Diese sehen das Angebot der fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung als zentralen Mehrwert, so dass Sie niedrige Personalkosten realisieren können. Häufig entsteht auch eine postive Eigendynamik im Team dem Ruf als Elite gerecht zu werden.
Die Herausforderung liegt im Halten der Mitarbeitenden nach der Ausbildung.
Sie bieten ein herausragendes Gesamtpaket genau für die Fachkräfte, die sie brauchen. Ein Bestandteil davon ist auch ein attraktives Gehalt, aber dies ist meist nicht der wichtigste Hebel. Junge Eltern in Schichtarbeit begeistert ein den staatlichen Einrichtungen überlegener Kindergarten mit angepassten Öffnungszeiten. Erfahrene Fachkräfte sind zudem häufig aufgrund einer negativen Firmenkultur und schlechter Führungskräfte wechselwillig. Sorgen Sie in diesen Aspekten für ein top Umfeld und hervorragende Führungskräfte. Um diese Vorteile wirksam werden zu lassen, brauchen Sie ein kommunikativ und prozessual gut aufgestelltes Recruiting-Team.
Sie stellen bereits hochqualifizierte Fachkräfte ein und können ohne größere zusätzliche Investitionen von deren Expertise profitieren.
Auch wenn das Gehalt nicht das ausschlaggebende Kriterium ist, entstehen recht hohe Personalkosten. Mitarbeitende, bereit waren zu Ihnen zu wechseln, wechseln auch wieder weg, wenn die Randbedingungen nicht mehr passen.
Sie profitieren sofort, genau auf Ihr Problem zugeschnitten und nur im erforderlichen Umfang vom Wissen der besten Experten. Vorsprung gegenüber anderen Unternehmen entsteht durch das Wissen um besten Berater am Markt und ein aufeinander abgestimmtes Netzwerk, das Synergien zwischen verschiedenen spezialisierten Beratungs- und Dienstleistungen schafft. Sie sind herausragend in der Disziplin „Für jede Situation die richtigen Leute kennen.“ Manche Probleme lassen sich in diesem Zuge durch technische oder organisatorische Anpassungen dauerhaft lösen. Andere Lösungen müssen durch die Mitarbeitenden verstetigt werden, so dass hier ein Querbezug zur Personalentwicklung entsteht. Konsequent weitergedacht können Sie sich diese jedoch auch als Dienstleistung einkaufen und müssen die notwendigen Strukturen und Inhalte nicht selbst aufbauen.
Tendenziell gut geeignet, wenn schnell Lösungen benötigt werden oder wenn keine internen Ressourcen zum Umsetzen der anderen Möglichkeiten verfügbar sind.
Die Expertise kommt nicht nachhaltig ins eigene Unternehmen, so dass Abhängigkeiten entstehen, die auf Dauer hohe Kosten verursachen können.
In Ihrem Unternehmen gibt es ein optimales System das Wissen speichert und verfügbar macht. Prozesse zur Wissensdokumentation sind etabliert und werden aktiv gelebt. Jeder, der ein Problem lösen möchte, nutzt das Wissensmanagementsystem als erste Anlaufstelle. Wenn Sie beim Recruiting weniger auf die Fachexpertise achten müssen, können Sie mehr auf wichtige Softskills achten und haben dennoch ein ausreichend breites Angebot am Arbeitsmarkt. Skalierung ist keine Hürde; ob über Schichten oder Standorte hinweg: Ihr Wissensmanagementsystem unterstützt Ihre Mitarbeitenden in jeder Situation.
Dies ist der einzige der vier in der Matrix genannten Bereiche, bei dem Wissen tatsächlich Bestandteil des immateriellen Unternehmenskapitals wird. Im Gegensatz zu den personengebundenen Möglichkeiten ist Ihr Know-How weder durch Fluktuation noch durch den Demographischen Wandel bedroht. Mit einem anwenderfreundlichen Wissensmanagementsystem können auch Personen, die keine Fachkräfte sind (und entsprechend geringere Personalkosten verursachen) nach kurzer Einarbeitungszeit gute Leistungen erbringen.
Das Wissensmanagementsystem muss zunächst mit Inhalten gefüllt und etabliert werden. Damit sich das System etabliert und von allen akzeptiert wird, sind sehr gutes Change Management und eine gewissen Anlaufdauer erforderlich.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, können Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch buchen und entdecken, wie wir bei Peerox eine Lösung für effizientes Wissensmanagement in der Produktion entwickelt haben.
Produktionsstillstand und Reaktion der Maschinenbedienenden: Was hinter dem langsamen Handeln steckt – und wie sich die Ausfalldauer reduzieren lässt
Wissensdokumentation in der Produktion: So unterstützen Sie unerfahrene Maschinenbedienende und optimieren Ihre Produktionsabläufe