„Wir leben eine Fehlerkultur“, „Nur durch Fehler wird man besser“, „Man macht keine Fehler, man lernt“ … diese und andere Weisheiten findet man an vielen Stellen. Das klingt auch irgendwie schlüssig und sinnvoll. Schließlich gibt es nichts Nervigeres, als wenn Kollegen Fehler vertuschen und man dadurch selbst in Probleme läuft. Wenn jeder offen mit Fehlern umgeht, nimmt das ja auch ordentlich den Druck von einem selbst. Soweit die Theorie.
Aber dann kommt irgendwann der Tag, an dem man selbst (so richtig) ordentlich danebengegriffen hat. Oft folgt dann die menschlich vollkommen nachvollziehbare Reaktion des Selbstschutzes: „Dafür kann ich ja nun wirklich nichts! Wer hätte das schon wissen können? Das ist eindeutig die Schuld vom Kunden/Partner/Kollegen!“. Hier zeigt sich eine ziemlich beeindruckende menschliche Fähigkeit: Zum Schutz des eigenen Egos reden wir uns einfach so lange ein, dass andere schuld sind, bis wir das schlussendlich sogar wirklich glauben. Leider ist es dann aber auch sehr wahrscheinlich, dass sich der Fehler wiederholt. Aus der Selbstschutzperspektive nimmt dann halt die Zahl der Trottel und Ignoranten stetig zu.